Infusionsatlas
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Eiseninfusion

Eiseninfusionen werden bei Eisenmangel eingesetzt, wenn orale Präparate nicht ausreichen.

20030-60 min1-2 Sitzungen (Ferinject®), 5-10 Sitzungen (Venofer®)100-300 €
ab 200

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Alle medizinischen Behandlungen sollten nur nach Rücksprache mit einem qualifizierten Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden.

Was ist ein Eiseninfusion?

Eine Eiseninfusion ist die intravenöse Verabreichung von Eisen in Form eines Eisen-Kohlenhydrat-Komplexes. Sie wird eingesetzt, wenn orale Eisenpräparate nicht vertragen werden, unzureichend wirken oder eine schnelle Auffüllung der Eisenspeicher erforderlich ist.

In Deutschland sind mehrere Präparate zugelassen, darunter Eisencarboxymaltose (Ferinject®), Eisen-Derisomaltose (MonoFer®) und Eisen-Saccharose (Venofer®). Die Eiseninfusion gehört zu den wenigen Infusionstherapien mit robuster, leitliniengestützter Evidenz und ist bei medizinischer Indikation eine Kassenleistung.

Typische Anwendungsgebiete

  • Eisenmangelanämie bei oraler Unverträglichkeit — wenn Eisentabletten Magen-Darm-Beschwerden verursachen oder nicht ausreichend wirken.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen — Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehen häufig mit Eisenmangel einher.
  • Chronische Herzinsuffizienz — ESC-Leitlinie empfiehlt Eisencarboxymaltose bei Herzinsuffizienz mit Eisenmangel.
  • Chronische Niereninsuffizienz — besonders bei Dialysepatienten als Standardtherapie empfohlen.
  • Schwangerschaft (ab 2. Trimester) — bei schwerem Eisenmangel und oraler Unverträglichkeit.
  • Perioperativ — zur Reduktion des Transfusionsbedarfs vor geplanten Operationen.
  • Starke Menstruationsblutungen — bei chronischem Eisenverlust, der oral nicht kompensiert werden kann.

Ablauf einer Sitzung

  1. 1

    Labordiagnostik — Ferritin, Transferrinsättigung, Hämoglobin und Blutbild werden bestimmt. Die Gesamtdosis wird nach der Ganzoni-Formel berechnet.

  2. 2

    Präparatewahl — Abhängig von Eisenbedarf, Indikation und gewünschter Sitzungszahl.

  3. 3

    Venöser Zugang — Sorgfältige Venenpunktion (Paravasate verursachen dauerhafte Hautverfärbung).

  4. 4

    Infusion — Je nach Präparat 15–30 Minuten (Ferinject®) bis 60 Minuten. Notfallequipment muss bereitstehen.

  5. 5

    Nachbeobachtung — Mindestens 30 Minuten nach der Infusion wegen möglicher allergischer Reaktionen.

Inhaltsstoffe

Eisencarboxymaltose (Ferinject®)

500–1.000 mg · Infusionskonzentrat

NaCl 0,9%

100–250 ml · Trägerlösung

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Eisen-Kohlenhydrat-Komplexe
  • Eisenüberladung (Hämochromatose)
  • Anämie ohne Eisenmangel
  • Erstes Schwangerschaftstrimester
  • Akute oder chronische Infektion

Häufige Fragen