Chelat-Therapie
Die Chelat-Therapie dient der Ausleitung von Schwermetallen aus dem Körper.
Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Alle medizinischen Behandlungen sollten nur nach Rücksprache mit einem qualifizierten Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden.
Was ist eine Chelat-Therapie?
Die Chelat-Therapie ist ein Verfahren zur Entfernung von Schwermetallen und überschüssigen Metallionen aus dem Körper. Chelatbildner — spezielle Substanzen wie EDTA, DMPS oder DMSA — binden Metallionen und bilden wasserlösliche Komplexe, die über die Nieren ausgeschieden werden. Der Begriff leitet sich vom griechischen „chele" (Krebsschere) ab.
In der Toxikologie ist die Chelat-Therapie ein etabliertes Standardverfahren bei Schwermetallvergiftungen. In der komplementären Medizin wird sie darüber hinaus bei Arteriosklerose und chronischer Niedrigdosis-Metallbelastung eingesetzt. Eine EDTA-Infusion dauert typischerweise 1–3 Stunden.
Typische Anwendungsgebiete
- Akute und chronische Bleivergiftung — Ca-Na₂-EDTA und DMSA sind Standardtherapie bei erhöhten Blutbleispiegeln.
- Quecksilberbelastung — DMPS (Dimaval®) ist in Deutschland zugelassen und Mittel der Wahl bei anorganischer Quecksilberbelastung.
- Eisenüberladung — bei Hämochromatose und transfusionsbedingter Siderose (Deferoxamin, Deferasirox).
- Koronare Herzkrankheit — die NIH-finanzierte TACT-Studie zeigte positive Effekte von EDTA-Chelat-Therapie, besonders bei Diabetikern.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit — wird in der komplementären Medizin eingesetzt; kontrollierte Studien sind begrenzt.
- Umweltmedizinische Indikationen — bei chronischer Exposition gegenüber Cadmium, Arsen oder anderen toxischen Metallen.
Ablauf einer Sitzung
- 1
Diagnostik — Provokationstest mit Urinsammlung zur Quantifizierung der Metallbelastung. Nierenwerte und Elektrolyte bestimmen.
- 2
Chelatbildner-Auswahl — Je nach Metall und Indikation: EDTA, DMPS oder DMSA.
- 3
Infusion — Der Chelatbildner wird in NaCl 0,9 % verdünnt und über 1–3 Stunden intravenös verabreicht.
- 4
Laborkontrollen — Nierenwerte und Spurenelemente werden regelmäßig kontrolliert. Essentielle Spurenelemente werden substituiert.
- 5
Nachbeobachtung — Ruhephase, ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Urinproben zur Verlaufskontrolle.
Inhaltsstoffe
EDTA (Ca-Na₂-EDTA oder Na₂-EDTA)
1.500–3.000 mg · Infusionskonzentrat
NaCl 0,9%
250–500 ml · Trägerlösung
Gegenanzeigen
- Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwere Herzinsuffizienz (NYHA IV)
- Hypocalcämie